Die Murmelbahn – pädagogische Aspekte des Spiels mit Murmeln

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Eine Murmelbahn, sei es ein Bausatz oder eine feste Kugelbahn-Konstruktion, soll vor allem eines: den (Klein-)Kindern Spaß machen.

Das tut eine Murmelbahn auch. In einfacher Form sind Murmel- und Kugelbahnen nicht selten der erste Kontakt eines Kleinkindes mit Spielzeug.

Unermüdlich rollen die Kugeln, Farbe, Design und Bewegung begeistern die Kinder und so wiederholen sie die Abfahrten gerne. Nebenbei beschäftigen sie sich mit einem Gegenstand, dem Spielzeug.

Genau das erfordert schlichtweg Konzentration – ein wichtiger Baustein für das Leben.

Eine Murmelbahn bereitet Kindern somit nicht nur Freude, sondern sie fördert ihre Entwicklung – und zwar ganz angenehm in latenter Weise ohne Druck von außen. Sie weist einen pädagogischen Wert auf, wie in diesem Kita Fachtext deutlich wird.

Padagogisch sinnvoll und mit Spaß spielen

Die vorteilhaften pädagogischen Aspekte ergeben sich im Spiel aus dem Charakter des Spielzeugs Murmelbahn. Folgende Eigenschaften werden beim Spiel mit der Murmelbahn und den Murmeln gefördert:

Training der Konzentration und der Ausdauer

Kleinkinder wiederholen gerne Murmel-Abfahrten, probieren Beschleunigungen oder verschiedene Murmeltypen aus. Sie bleiben sozusagen am Ball und wiederholen Vorgänge, das ist typisch für das frühe Alter.

Das Spiel unterstützt die Konzentration und die Ausdauer. Bei einer Sache zu bleiben, das will gelernt sein. Eltern sehr lebendiger Kinder wissen diese Pausen durchaus zu schätzen. Die Kinder merken nebenbei, dass „bei einer Sache bleiben“ Spaß bereiten kann.

Die kognitive Entwicklung

Die Murmel kullert abwärts, fährt Kurven, Loopings oder beschleunigt. So simpel es klingt, aber hier sind erste physikalische Erfahrungen in spielerischer Form für das Kind seh- spür- und erlebbar. Es begreift die Umgebung und deren Grundlagen.

Natürlich geht es noch nicht um systematisches Wissen, der Nachwuchs bekommt im Spiel allerdings ein frühes Gespür für physikalische Phänomene. Eventuell wird ein erstes Interesse geweckt, der offene, neugierige Blick in die Welt.

Physikalisches Verständnis und taktile Entwicklung

Spielen Kinder gerne mit Murmelbahn-Bausätzen, dann können sie bald die Teile kombinieren und lernen dabei die Realität kennen. Nicht jede Idee funktioniert, weil zum Beispiel der Schwung nicht reicht. Es folgt die Modifikation und der nächste Anlauf.

Nach und nach gewinnen die Kinder dadurch ein pädagogisch wertvolles Verständnis für Beschleunigung, Bewegungsenergie und die sinnvolle Kombination einzelner Teile. Das Tolle: Erfolge machen Mut und regen an, weiter zu spielen und zu probieren.

Geht etwas schief, macht das nichts, weil ja kein Tadel von außen erfolgt oder Prüfungsdruck vorhanden ist.

Das Anfassen der Murmelbahn-Elemente vermittelt zudem taktile Erfahrungen über Härte und Gewicht von Murmelbahnteilen. Auch der Geruch, z.B. von Holz bereitet vielen Kindern Freude.

Besonders Holzbahnen und -Bausätze sind stabil – junge Menschen sind manchmal tapsig und schmeißen ihr Spielzeug um, gute Modelle vertragen das.

Kreativität

Besonders frei kombinierbare Murmelbahn-Bausätze für Kinder von 4-12 Jahren regen das Ausprobieren an. Man erhält kein vorgefertigtes Spielzeug, sondern erfindet seine Murmelbahn immer wieder neu.

Das motiviert nicht nur kontinuierlich, sonder fördert die Kreativität. Den Kindern Freiheit zum Probieren geben, ihnen Mut machen, ihre Möglichkeiten zu erforschen – all das erlauben kombinierbare Kugelbahnen.

Selbstbewusstsein

Gelingen eigene Konstruktionen oder baut man die Murmelbahn in andere Settings (z.B. mit weiterem Holzspielzeug) ein, dann erschafft sich der Nachwuchs ein Erfolgserlebnis. Man spielt nicht nur, sondern generiert Erlebnisse und eigene Spielwelten. Eine Erfahrung mit pädagogisch hohem Wert.

Die fertige Konstruktion macht Stolz und gerne werden die Ergebnisse Eltern und Freunden präsentiert. Kinder bauen Selbstbewusstsein auf, sie benötigen es auch im Alltag. Spielerische Erfolgserlebnisse helfen dabei.

Soziale Kompetenz

Kinder spielen oft zusammen. Auch das will gelernt sein. Im Spiel mit Murmelbahn-Bausätzen lernen sie, ihre Ideen auszutauschen und Kompromisse einzugehen.

Dazu müssen sie kommunizieren, sich austauschen. Gelingt das Projekt, dann haben die Kleinen ein kooperatives Erfolgserlebnis. Ein erster kleiner Schritt sozialer Kompetenz.

Talent für Technik und komplexe Zusammenhänge

Auch im späteren Kindes- und frühen Jugendalter besitzen Murmelbahnen einen pädagogischen Sinn. Technisch interessierte und versierte Kinder und Jugendliche nutzen anspruchsvolle und umfangreiche Bausätze für größere Projekte.

Teilweise werden solche Bahnen sogar im Rahmen technisch orientierter Ausbildungen eingesetzt. Das bewusste Lernen tritt dabei explizit in den Vordergrund. Physik verstehen, anwenden und umsetzen – und den Spaß behalten. Eine gute Kombination.

Pädagogik und Murmelbahn – kein Widerspruch

Technik lernen, Physik verstehen, Spaß haben: Das geschieht praktisch nebenbei – in dem Sinne ist eine Murmelbahn immer ein modernes Spielzeug mit nachhaltigem pädagogischen Wert für Kleinkinder, Kinder und technisch versierte Jugendliche.

Nicht umsonst stehen viele schöne Murmelbahnen in Kindergarten und Schulen.